James Surowiecki (aktuelle Artikel aus dem New Yorker) geht es in seinem Buch (“Wisdom of Crowds“) anhand von vielen Beispielen und wissenschaftlichen Experimenten nachzuweisen, dass kollektive Intelligenz ein Schlüssel zu besseren Entscheidungen ist. Dabei geht es um drei Arten von Problemen:
a) Kognitionsprobleme; d.h. um das Finden von Antworten auf Fragestellungen.
b) Koordinierungsprobleme; d.h. um das Finden von Möglichkeiten Verhalten zu koordinieren.
c) Kooperationsprobleme; d.h. um das Zusammenarbeiten von Menschen mit Eigeninteressen zu ermöglichen.
Damit “die Masse” diese Probleme besser löst, sind aus seiner Sicht vier Bedingungen zu erfüllen:
1) Meinungsvielfalt
2) Unabhängigkeit der Meinungen des Einzelnen (frei sein von der Beeinflussung durch andere)
3) Dezentralisierung
4) Aggregation; d.h. ein Mechanismus bündelt die individuellen Urteile zu einer kollektiven Entscheidung
Im ersten Teil des Buches beleuchtet Surowiecki seine Theorie der kollektiven Intelligenz. Aus Unternehmenssicht interessant, sind insbesondere
1) der Ansatz mit Entscheidungsmärkten bessere Entscheidungen in Unternehmen herbeizuführen (Beispiele)
2) Personaler dürften sich auch im allgemeinen zu wenig klar sein, welches Potenzial in Neuankömmlingen im Unternehmen steckt. Diese Mitarbeitergruppe hält Surowiecki für wichtig, um die in vielen Unternehmen existierenden vorherrschenden Meinungen in Frage zu stellen. Die gescheitesten Gruppen seien die die aus Personen mit unterschiedlichen Perspektiven bestünden.
3) Sind wirklich die Unternehmen mit den klügsten Mitarbeitern die besten im Markt? Auch das Fachwissen und -kompetenz überbewertet wird, zeigt der Autor an einigen Beispielen auf.
Surowiecki gibt im zweiten Teil seines Buches viele Beispiele, die allerdings auch sehr ausführlich behandelt und besprochen werden. An vielen Stellen innerhalb eines Kapitels kommt es zu Wiederholungen. Die Kapitel hören meist unvermittelt auf. Ein wenig mehr redaktionelle überarbeitung hätte dem Buch, insbesonder im zweiten Teil, gut getan.


